Die Mühlenbach eG realisiert nachhaltige und auf das Gemeinwohl ausgerichtete gemeinschaftliche Wohnprojekte.
Das zeigt sich u.a. in folgenden Zusammenhängen und Aspekten:

Ökonomie
- die Mitglieder und Bewohner*innen Häuser der Genossenschaft sind durch ihre Pflicht- und freiwilligen Einlagen (Mit-)Eigentümer und Mieter der Immobilie zugleich
- Spekulationsgewinne sind ausgeschlossen
- Überschüsse aus der Wohnungsvermietung verbleiben in der Genossenschaft. Ein Abfluss solcher Überschüsse an Dritte ist ausgeschlossen. Das hat zur Folge, dass die Mieten im Vergleich zum Mitspiegel nicht steigen bzw. sogar sinken (wie im Fall der Hausgemeinschaft Villa Emma vor einigen Jahren geschehen).
- das Wohnen in einer Wohnung der Mühlenbach eG ist sicher, da die Insolvenzgefahr im Vergleich zum kommerziellen Wohnungsmarkt extrem gering ist. Die Eigenkapitalquote ist in der Mühlenbach eG von anfänglich 25% der Bilanzsumme auf mittlerweile knapp 50% gestiegen
Soziales
- die Genossenschaft verwaltet sich selbst. Die dafür erforderlichen Funktionen werden von den Mitgliedern ehrenamtlich erbracht
- wichtige Entscheidungen – z.B. zur Auswahl von Bewerber*innen für freie Wohnungen, jährliche Gewinnverwendung, Investitionsentscheidungen werden zunächst informell im Konsensverfahren und darauf basieren formal nach dem Geno-Gesetz und der Satzung getroffen
- es besteht ein lebenslanges Wohnrecht der Bewohner*innen. Eine Kündigung ist nur durch die Bewohner*innen möglich. Die Genossenschaft hat dieses Recht nur im Fall von Verstößen gegen Recht und Gesetz. Eine Eigenbedarfskündigung seitens der Genossenschaft ist ausgeschlossen
- das Leben in einem Haus der Mühlenbach eG ist bestimmt von gegenseitiger Hilfe und dem Gefühl, Teil einer Solidargemeinschaft zu sein. Das drückt sich u.a. dadurch aus, dass auch Menschen mit niedrigem Einkommen und ohne größeren Kapitalbesitz dort wohnen können. U.a. wird das durch eine hohe Quote öffentlich geförderter Wohnungen (ca. 40%) und innovativen Finanzierungsinstrumenten ermöglicht. Dazu zählen investierende Mitgliedschaften oder Mitgliederdarlehen an die Genossenschaft von Menschen, die nicht oder noch nicht dort wohnen wollen. Darüber hinaus werben wir für Solidareinlagen von Mitgliedern, die anderen Mitgliedern durch die – zumindest teilweise – Übernahme ihrer Pflichteinlagen die Voraussetzung schaffen, eine Wohnung der Genossenschaft beziehen zu können.
- das Haus Villa Emma der Mühlenbach eG ist ausgerichtet auf Menschen mit und ohne Pflege- und Unterstützungsbedarf. Im Haus der z.Z. im Aufbau befindlichen Hausgemeinschaft WohnWerk wird es eine integrierte, selbstverantwortete Wohn-Pflege-Gemeinschaft (WPG) mit 10 Plätzen für Menschen mit sehr hohem Pflege- und Unterstützungsbedarf geben. Damit stellen wir sicher, dass Bewohner*innen dieses Hauses auch bei Eintritt einer solchen Situation in ihrer gewohnten Umgebung bis zum Lebensende verbleiben können. Die WPG ist auch für Menschen aus dem Quartier und aus anderen gemeinschaftlichen Wohnprojekten aus Bonn und Umgebung zugänglich.
- von einer solchen Gemeinschaft gehen wichtige Initiativen und Impulse für das nachbarschaftliche Leben im Quartier aus. Im Haus Villa Emma gibt es ein von ehrenamtlichen Helfer*innen zubereitetes Mittagsessen, das auch für Nachbarn offen ist und gerne in Anspruch genommen wird. Die Gemeinschaftsräume dienen nicht nur den Bewohner*innen als Ort für gemeinsame Mahlzeiten, Treffen und Feiern, sondern werden immer wieder auch von den Nachbarn in Anspruch genommen.
Ökologie
- Das Haus der Villa Emma wurde 2010 nach anspruchsvollen ökologischen Standards errichtet. Es handelt sich um ein sogenanntes KfW-40 Effizienzhaus. Das ist ein Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ein KfW 40 Haus verbraucht rund 60 % weniger Primärenergie als ein vergleichbares, nach herkömmlichen Mustern errichtetes Gebäude, das den Mindestanforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entspricht. Die Kennzahl „40“ gibt den Anteil des Primärenergiebedarfs im Vergleich zum Referenzgebäude an: je niedriger die Zahl, desto effizienter das Gebäude.
- Das geplante Gebäude der Hausgemeinschaft WohnWerk trägt nicht zur weiteren Versiegelung von Flächen bei, da es sich bei dem im Rahmen des Erbbaurechts zu nutzenden Grundstücks um eine bereits bebaute Fläche handelt. Der existierende Gebäudebestand wird abgerissen.
- Das neue Gebäude wird unter Beachtung hoher Nachhaltigkeitskriterien in modular-serieller Bauweise weitgehend aus Holz errichtet.
- Der Energiebedarf wird im Netto-Null-Standard gedeckt. Die große Solaranlage mit ca. 120-140 kWp wird durch Stromspeicher ergänzt. Durch Kombination von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien erreichen wir Energieneutralität. Dies ist ein wichtiger Baustein für nachhaltiges Bauen und Klimaschutz.
- Das Mobilitätskonzept geht von einer deutlichen Reduzierung der notwendigen Kfz im Projekt aus, die zum Teil über ein Car-Sharing-Modell für die Bewohner*innen zugänglich sind. Priorität wird auf die Nutzung des ÖPNV und von Fahrrädern gelegt.
Die Verbreitung des selbstverwalteten und selbst verantworteten gemeinschaftlichen Wohnens in der Rechtsform einer Genossenschaft ist uns ein Anliegen. Gerne geben wir unsere Erfahrungen weiter. Als Projektgenossenschaft verstehen wir das weitere Wachstum als unseren gesellschaftlichen Auftrag.
Gerne nehmen wir Rückmeldungen zu dieser Darstellung und ergänzende Anregungen und Vorschläge auf >>> Kontakt
